Die Poesie des eigenen Lebens


Vorgestern zeigte ARTE den wunderschönen Film „Paterson“ von Jim Jarmusch. Wie viele Jahre früher der Armenarzt William Carlos Williams macht ein Busfahrer in New Jersey Gedichte aus den Erlebnissen mit den Menschen um sich herum.

„Keiner glaubt, dass Poesie in seinem eigenen Leben existiert“, sagte W.C. Williams. „Die Absicht eines Künstlers ist es aber, das Leben zu nehmen, was auch immer er sieht, und es in eine erhöhte Position zu bringen, in der es Würde besitzt.“

Vielleicht suchen wir in dieser Woche um Pfingsten, gestärkt durch die Kraft des Heiligen Geistes, mal nach dieser Poesie und Würde des Alltags?
Mich ließen die Zwetschgen auf Reinhard Stahls Bild an das berühmteste Gedicht von Williams denken: Nur damit du Bescheid weißt

Ich habe die Pflaumen gegessen
die im Eisschrank waren
du wolltest sie sicher
fürs Frühstück aufheben
Verzeih mir
sie waren herrlich
so süß
und so kalt

Eure / Ihre Pfarrerin Silvia Wagner

Tageslicht am 27. Mai 2020